Donnerstag, 17. September 2015

Rezension: Ugly Love von Colleen Hoover

Titel: Ugly Love
Autor: Colleen Hoover
Verlag: Atria Paperback
Genre: New Adult Roman
Erscheinungsdatum: 5. August 2014
Seiten: 324

Inhaltsangabe:
It's not exactly love at the first sight for Tate Collins when she meets the tormented and secretive Miles Archer. They wouldn't even go so far as to consider themselves friends. The only Thing Tate and Miles have in common is a mutual physical attraction that can't be denied. Once their desires are out in the open, they realize they might have stumbled on the perfect no-strings arrangement. He isn't looking for love, and she diesn't have time for it - so that leaves just the sex. What they've got could be surprisingly satisfying, as long as Tate can stick to the two rules Miles has for her: never ask about the past; don't expect a future.
They think the can handle it, but everything is different when real emotions start to change the equation.
Hearts get infiltrated.
Promises get broken.
Rules get shattered.
Love gets ugly.

Erster Satz:
"Somebody stabbed you in the neck, young lady."

Meine Meinung:
Colleen Hoover hatte mich schon mit ihrer "Weil ich Layken"-Reihe so begeistert, dass ich, als ich dieses Buch in der Library stehen sah, einfach zuschlagen musste! Schon die Rückseite hatte meiner Meinung nach etwas Mysteriöses an sich - Freundschaft plus ohne Freundschaft? Shades of Grey lässt grüßen? Naja ich wollte es selbst erfahren.
Die Geschichte - oder eigentlich die Geschichten - wird zum einen aus Tate's Sicht erzählt. Sie zieht aus beruflichen Gründen mit ihrem Bruder zusammen, der sowieso kaum zuhause ist, da er als Pilot ständig unterwegs ist. In der gegenüberliegenden Wohnung lebt Miles - auch ein Pilot. Er ist der zweite Erzähler. Während Tate's Story im hier und jetzt spielt und die beginnende Beziehung - oder auch Nicht-Beziehung - mit Miles schildert, spielt seine Geschichte vor sechs Jahren.
Oberflächlich hebt sich seine Handlung schon davon ab, dass sie zentriert ist, was allem einen poetischen Anklang verleiht. Es wird seine damalige Jugendbeziehung mit Rachel beschrieben, die sich auf das Ende hin immer mehr zuspitzt und schlussendlich den Grund liefert warum er sich in Tate's Geschichte verhält, wie er sich eben verhält.
Hier ist er nämlich das totale Gegenteil. Mit Rachel ist er einfühlsam und verliebt, bei Tate wirkt er verschlossen, kontrolliert und teils auch sehr herrisch, wobei er ihr doch immer wieder zeigt, wie viel sie ihm doch bedeutet. Die beiden lassen sich auf eine Sexbeziehung ein mit zwei von Miles aufgestellten Regeln: Keine Fragen über die Vergangenheit, keine Erwartungen an die Zukunft. Tate meint, sie kann damit umgehen, doch wie sollte es auch anders sein, verliebt sie sich in ihn und wird jedes Mal wieder enttäuscht, wenn er sie nach getanem Akt heimschickt oder stehen lässt. Ja, es hatte schon so einen Touch von Shades of Grey, besonders da das ganze Buch eigentlich fast nur diese Situationen beschrieb.
Ein Charakter, der mir während all der Handlung besonders ans Herz gewachsen ist, ist Cap - ein 80-jähriger Mann, dessen Beschäftigung es ist, die Aufzugknöpfe für die Appartmentbewohner zu drücken. Tate freundet sich schnell mit ihm an und heult sich auch oft bei ihm aus. Und jedes Mal steht er ihr mit Ratschlägen oder einfach nur Witzen zur Ablenkung zur Seite. Die meisten anderen Charaktere, wie Corbin (Tate's Bruder), Dylon (ein weiterer nicht gerade ehetreuer Pilot) oder Ian (Miles bester Freund) werden eher im Dunklen gelassen, genauso wie ich meine auch Tate. Klar erfährt man ihre Gefühle, aber die sind meist sehr gleich "Ich will ihn. Ich will eine Zukunft mit ihm. Er enttäuscht mich." Was Selbstwertgefühl angeht verschwindet es total, sobald Miles da ist. Der hingegen wird, wie ich finde, sehr gut dargestellt. Seine Verschlossenheit und zwanghaften Versuche der Liebe fernzubleiben werden mithilfe seiner eigenen Geschichte sehr gut begründet und man hegt sogar Mitleid mit ihm, trotz allem wie er Tate behandelt.
Auch der Schreibstil ist sehr schön - wobei ich mich ja bei Englischen Büchern noch nicht wirklich damit auskenne. Die Gedanken und Gefühle wurden schön herübergebracht und die Poetisierung von Miles' Geschichte gab ihr noch mehr Tiefgang und auch etwas Dramatisches.

Fazit:
Obwohl die Handlung doch sehr offensichtlich und Shades-of-Grey-lastig war, gefallen mir Colleen Hoovers Bücher einfach super gut!

Wertung: