Dienstag, 13. August 2013

Interview mit Antje Babendererde

Endlich! Wieder ein Interview!! :) Und dann auch noch mit der nicht gerade unbekannten Autorin Antje Babendererde!! Von deren Buch "Der Gesang der Orcas" Ich total begeistert bin.




Antje Babendererde, geboren 1963, wuchs in Thüringen auf und arbeitete als Arbeitstherapeutin mit Kindern in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie. Seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin mit einem besonderen Interesse an der Kultur, Geschichte und heutigen Situation der Indianer. Ihre einfühlsamen Romane zu diesem Thema für Erwachsene wie für Jugendliche fußen auf intensiven Recherchen und USA-Reisen und werden von der Kritik hoch gelobt. Mehr Infos hier: antje-babendererde.de


Wie kamen Sie auf die Idee „Der Gesang der Orcas“ oder eins Ihrer anderen Indianerromane zu schreiben?
Frau Babendererde: Der Arena-Verlag bat mich vor fast genau 10 Jahren um ein Wal-Buch, so kam ich dazu, für Jugendliche zu schreiben. Offensichtlich waren Wale damals sehr gefragt :-)
Die Indianer waren sowieso mein Thema, und als "Der Gesang der Orcas" erfolgreich war, folgten weitere Bücher mit Indianerthematik nach.

Haben Ihre Charaktere Eigenschaften von Ihnen oder Menschen Ihres Umfeldes?
Frau Babenderderde: Ganz bestimmt, auch wenn das oft unbewusst geschieht beim Schreiben. Ich übertrage die Charaktere nie 1 zu 1, es ist immer eine Menge Fantasie dabei und die verschiedenen Eigenschaften werden für die jeweilige Figur so „zusammengemixt“, dass ihr Handeln im Verlauf der Geschichte nachvollziehbar ist. Oftmals entwickeln die Figuren ohnehin eine Eigendynamik, und wenn der Roman zu Ende ist, hören sie auf zu existieren. Sie haben kein Leben außerhalb des Buches.
 
Wie war es das erste fertige Exemplar eines Ihrer Bücher in den Händen zu halten?
Frau Babendererde: Ein unvergesslicher Moment. Ich habe sehr lange darauf hingearbeitet und konnte kaum glauben, dass mein Traum wahr geworden ist. Ein wenig von diesem schönen Gefühl finde ich auch heute noch wieder, wenn ich das neuste Buch druckfrisch in den Händen halte.

Warum wollten Sie Autorin werden?
Frau Babendererde: Der Beruf ist aus meiner Freude am Schreiben erwachsen. Ich habe als Jugendliche Gedichte und kleine Geschichten geschrieben und dabei gespürt, dass der Wunsch, es immer wieder zu tun, nicht aufhört - was eine gute Voraussetzung für`s Durchhalten war. Später, als ich dann nach langem „Üben“ ein fertiges Manuskript hatte, mit dem ich es wagen wollte, kam mir der Gedanke, dass es ungeheuer schön wäre, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg.
 
Was sind Ihre Hobbys abgesehen vom Schreiben?
Frau Babendererde: Lesen, lesen, lesen. Mit Freunden Wein trinken und lachen. Reisen und dabei fremde Welten erkunden. Augenblicke in Fotos festhalten. In meinem Garten sitzen und einfach nur sein.
 
Beschreiben Sie sich in einem Satz.
Frau Babendererde: Oh, ich fürchte, das ist unmöglich :-)

Gibt es bei Ihnen ein Lieblingsbuch?
Frau Babendererde: Es gibt viele Lieblingsbücher. Bei meinen eigenen ist mir jedes auf andere Art lieb und das an dem ich arbeite, ist das augenblicklich liebste, denn es ist noch formbar.
Ansonsten ist die Welt der Bücher zu groß, als dass ich eines davon favorisieren wollte. Wenn mich ein Buch fasziniert, ist es für eine Weile mein Lieblingsbuch. Bis das nächste kommt...

Wie sind Sie zum Lesen? Was war Ihr erstes Buch?
Frau Babendererde: Ich konnte in der ersten Klasse schon ziemlich gut lesen, weil ich sehr neugierig war. Welches mein erstes Buch war, weiß ich nicht mehr, aber ich erinnere mich gerne an „Blauvogel“ von Anna Jürgen, das ich sehr geliebt habe. Ein wunderbares Indianerbuch.

Das war dann wohl der Anfang mit den Indianern :) Wie waren Sie damals in der Schule?
Frau Babendererde: Ich war immer eine Zweier-Schülerin, habe im Unterricht viel geträumt.

Hm.. Kenn ich irgendwoher :D Haben Sie irgendwelche komischen Angewohnheiten?
Frau Babendererde: Vermutlich eine Menge, da sollten Sie meinen Mann fragen :-)

Wenn Sie eine Zeitreise in die Vergangenheit machen könnten, wohin würden Sie reisen?
Frau Babendererde: Ich würde gerne mal für eine Weile zuschauen, wie es vor 800 Jahren in Pueblo Bonito im Chaco Canyon in New Mexiko zuging. Aber der Beobachtungsposten wäre mir da schon sehr lieb. Dabei zu sein und in der falschen Haut zu stecken, könnte unangenehm werden.
 
Wollen Sie zum Schluss noch irgendetwas sagen?
Frau Babendererde: Vielleicht einen Spruch von einer großartigen Schriftstellerin:
„Man kann unmöglich erklären, wie ein erfolgreiches - das heißt, ein gut lesbares Buch zu schreiben ist. Doch eben das macht Schreiben zu einem lebendigen und aufregenden Beruf:  die ständige Möglichkeit des Misslingens.“ Patricia Highsmith

In diesem Sinne herzliche Grüße
Antje Babendererde

Das ist ein schöner Abschluss und ich hoffe, dass Sie noch viele tolle Bücher schreiben und weiterhin Spaß am Schreiben haben.

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